Themen Steuerberatung

Die US-Steuerreform und ihre Folgen für deutsche Investoren

Die Trump-Regierung hat ihren ersten großen Erfolg gefeiert und die angekündigte umfassende Steuerreform verabschiedet

Der US-Kongress und das Repräsentantenhaus haben der US-Steuerreform von Präsident Trump, dem sogenannten „Tax Cuts and Job Act“, nun endgültig zugestimmt. Mit der Unterschrift von Präsident Trump am 22.12.2017 trat damit die größte Steuerreform der letzten 30 Jahre in Kraft. Ziel der Steuerreform ist es, die USA als Investitionsstandort wieder attraktiver zu machen und somit weltweit Investoren und Kapital anzulocken. Doch welche Neuregelungen bringt die Steuerreform denn nun genau und was bedeuten sie für deutsche Investoren? Nachfolgend möchten wir die wichtigsten Änderungen darstellen.

Werfen wir zunächst einen Blick auf die positiven Neuregelungen:

Reduzierung des Steuersatzes

In der Vergangenheit hatten die USA mit 35 % einen der höchsten Körperschaftsteuersätze weltweit. Dieser Steuersatz wird nun auf 21 % gesenkt, wovon auch ausländische Investoren profitieren. Dieser Steuersatz berücksichtigt jedoch nicht die state und local taxes. Für deutsche Investoren könnte je nach US-Standort zukünftig die Hinzurechnungsbesteuerung des § 8 Abs. 3 AStG zur Anwendung kommen, weil in einigen wenigen Staaten keine oder sehr niedrige Steuern erhoben werden. In den meisten Fällen sollte diese Regelung jedoch nicht einschlägig sein. Insbesondere für solche Investoren, die von dem Beteiligungsprivileg des § 8b KStG (5 %-Besteuerung) profitieren, sollte die Gesamtsteuerbelastung von ausgeschütteten Gewinnen daher deutlich sinken.

Sofortabschreibung von Investitionen

Wichtiger Teil der Steuerreform ist die 100 %ige-Sofortabschreibung auf die meisten Investitionsgüter (Ausnahme Immobilien), die nach dem 28. September 2017 angeschafft oder hergestellt wurden. Diese Regelung ist bis zum 31. Dezember 2022 kodifiziert und wird danach bis zum 31. Dezember 2026 stufenweise abgebaut. Dieser Sofortabzug ist betragsmäßig nicht beschränkt und kann auch für gebrauchte Wirtschaftsgüter (nach herrschender Meinung auch im Rahmen eines Asset Deals) geltend gemacht werden.

Präferenzregime FDII

Für Einkünfte aus der Verwertung immaterieller Wirtschaftsgüter mit ausländischen Personen (Foreign-Derived Intangible Income – FDII) kann ein 37,5 %iger Sonderabzug geltend gemacht werden. Dies führt somit zu einer effektiven Steuerbelastung von 13,125 %. Unter das FDII-Regime fallen Einkünfte mit einem verbundenen Unternehmen, allerdings nur insoweit die immateriellen Wirtschaftsgüter von dem verbundenen Unternehmen gegenüber Dritten verwertet werden. Der Sonderabzug sinkt ab 2026 auf 21,875 %.

Sollten diese Einkünfte gegenüber einer in Deutschland steuerpflichtigen nahestehenden Person erzielt werden, ist jedoch ab 2018 in Deutschland ggf. die sog. Lizenzschranke zu beachten.

Abschaffung der AMT

Das bisherige Mindestbesteuerungsregime (Alternative Minimum Tax) wird zum 01.01.2018 abgeschafft.

Jedoch sind auch die weniger positiven Neuerungen sind zu beachten:

Einschränkung des Zinsabzugs

Die Neuregelung des Zinsabzugs ist grundsätzlich vergleichbar mit der deutschen Regelung der Zinsschranke. Ein US-Unternehmen ab einem durchschnittlichen Umsatz von $ 25 Mio. darf den Netto-Zinsaufwand nur in Höhe von 30 % des adjusted taxable income (ATI) abziehen.

Das ATI ist zunächst ähnlich dem EBITDA definiert. Ab dem Jahr 2022 dürfen Abschreibungen nicht mehr hinzugerechnet werden, so dass das ATI dem EBIT ähnelt.

Base Erosion Anti-abuse Tax (BEAT)

Eine der umstrittensten und komplexesten Regelungen der US-Steuerreform sind Maßnahmen zur Einschränkung der Abzugsfähigkeit bestimmter Zahlungen an nahestehende Personen. Für US-Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als $ 500 Mio. greift ab sofort die BEAT-Steuer. Sie betrifft vor allem Unternehmen mit hohen schädlichen Zahlungen an andere Konzernunternehmen, so genannte „Base Erosion Payments“ (BEPs). Nicht hierunter erfasst sind Aufwendungen für den Wareneinsatz (cost of goods sold).

Der Steuerpflichtige muss in einer Schattenrechnung bestimmte Aufwendungen an nahe stehende Personen hinzurechnen. Auf diese alternative Steuerrechnung wird dann ein BEAT-Steuersatz von 5 % (Erhöhung auf 10 % ab 2019 und auf 12,5 % ab 2026) angewandt. Wenn das so ermittelte Ergebnis höher ist als die reguläre US-Steuer, ist die Differenz zusätzlich zu zahlen.

Mindestbesteuerung / Verlustvortrag

Mit der neuen Steuerreform wird die Verlustnutzung auf 80 % des zu versteuernden Einkommens begrenzt. Diese Regelung gilt für Steuerjahre, die nach dem 31.12.2017 beginnen. Darüber hinaus wird der Verlustrücktrag abgeschafft; dafür sind Verluste, die vor dem 31. Dezember 2017 erwirtschaftet wurden, nunmehr zeitlich unbegrenzt vortragsfähig.

Fazit

Die signifikanten Änderungen der US-Steuerreform könnten einen wesentlichen Einfluss auch auf US-Investitionen deutscher Konzerne und anderer Anleger haben. Es ist daher empfehlenswert, bestehende und beabsichtigte Investitionen einer Analyse zu unterziehen.

Ihr Ansprechpartner

Randall Janiczek

CPA, Plante & Moran, Michigan, USA

E-Mail: randall.janiczek@plantemoran.com


Marco Muth

Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, CPA (USA)

E-Mail: marco.muth@falk-co.de