Themen Steuerberatung

Familienentlastungsgesetz - ein Tropfen auf den heißen Stein?

Bundeskabinett beschließt Entwurf eines Familienentlastungsgesetzes zur Stärkung und Entlastung von Familien

Im Fokus des Gesetzesentwurfs stehen die Erhöhung der Kinderfreibeträge und des Kindergeldes sowie Anpassungen der Eckwerte des Einkommensteuertarifs, wodurch die Steuerzahler finanziell entlastet werden sollen. Folgende Maßnahmen sind vorgesehen:

Erhöhung von Kindergeld und Freibeträgen

Eltern entsteht durch die Betreuung und Erziehung ihrer Kinder regelmäßig Mehraufwand. Sie sind daher finanziell oft weniger leistungsfähig als kinderlose Bürger. Der Gesetzgeber würdigt diese Tatsache im Rahmen des sog. Familienleistungsausgleichs. Demnach wird dem Steuerpflichtigen je nach steuerlicher Vorteilhaftigkeit entweder ein Kinderfreibetrag eingeräumt oder Kindergeld gezahlt. Kindergeld ist grundsätzlich bei niedrigen bis mittleren Einkommen vorteilhaft, während der Vorteil von Kinderfreibeträgen bei höheren Steuersätzen überwiegt.


Von der Bundesregierung wurde am 27.06.2018 ein Gesetzesentwurf beschlossen, welcher vorsieht, das monatliche Kindergeld zum 01.07.2019 um 10 EUR zu erhöhen. Das Kindergeld beträgt dann für das erste und zweite Kind jeweils 204 EUR, für das dritte Kind 210 EUR und für das vierte und jedes weitere Kind jeweils 235 EUR. Analog wird der jährliche Kinderfreibetrag für das sächliche Existenzminimum des Kindes zum 01.01.2019 und zum 01.01.2020 um jeweils 196 EUR erhöht.

Eindämmung der kalten Progression

Der Einkommensteuertarif ist ab dem Grundfreibetrag bis zur ersten Proportionalzone progressiv gestaffelt. Das bedeutet, dass zusätzliches Einkommen einem höheren Steuersatz unterliegt als das bisherige Einkommen. Steigen nun die Löhne in Höhe der jährlichen Inflationsrate an, hat der Steuerpflichtige real genauso viel Einkommen wie zuvor. Jedoch muss er auf das zusätzliche Einkommen gleichzeitig mehr Steuern bezahlen. Netto erleidet der Steuerzahler bei fehlender Anpassung des Einkommensteuertarifs daher einen Kaufkraftverlust. Dies nennt man „kalte Progression“.


Das Bundeskabinett beschloss deshalb, den Grundfreibetrag zum 01.01.2019 auf 9.168 EUR und zum 01.01.2020 auf 9.408 EUR anzuheben sowie die Eckwerte des Einkommensteuertarifs um 1,84 % zum 01.01.2019 und um weitere 1,95 % zum 01.01.2020 zu erhöhen.

Ihr Ansprechpartner

Tobias Steigenberger

E-Mail: tobias.steigenberger@falk-co.de

Tel: +49 6221 399 0


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