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Country-by-Country-Reporting: ein weiterer Schritt gegen grenzüberschreitende Steuergestaltungen

Das EU-Parlament hat der Einführung einer länderübergreifenden öffentlichen Steuerberichtspflicht für multinationale Konzerne zugestimmt.

Vermeidung internationaler Steuerminimierung als Ziel

Ziel der neuen Regelung ist die Erzeugung von Steuertransparenz und öffentlicher Kontrolle, um es multinationalen Unternehmensgruppen zu erschweren, Gewinne zu verschieben und Steuerbelastungen zu reduzieren. Betroffen sind in der EU tätige multinationale Konzerne mit einem konsolidierten Jahresumsatz von weltweit über 750 Mio. EUR. Auch nichteuropäische multinationale Unternehmen, die über Tochtergesellschaften oder Zweigniederlassungen in der EU tätig sind, werden berichtspflichtig sein.

Transparenz anstelle von Steuergeheimnis

Das bisher nach nationalen Steuergesetzgebungen bereits geforderte interne Steuer-Reporting, das aber dem Steuergeheimnis unterliegt, wird künftig öffentlich. Die betroffenen Unternehmen müssen länderbezogene Informationen – nach EU-Staaten aufgeschlüsselt, für die übrigen Staaten aggregiert – veröffentlichen zu


  • Nettoumsätzen,
  • Gewinnen,
  • Mitarbeiterzahl,
  • gezahlten Ertragsteuern,
  • nicht ausgeschütteten Gewinnen.


Die Angaben umfassen auch die entsprechenden Daten, die auf sog. Steueroasen entfallen.


Die Berichterstattung muss innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag auf der Unternehmens-Website erfolgen.


Praxishinweis

Die EU-Richtlinie muss von den Mitgliedsstaaten innerhalb von 18 Monaten in nationales Recht umgesetzt werden. Somit bleibt ausreichend Zeit, das neue Reporting vorzubereiten und umzusetzen.

Cornelia Linde

Wirtschaftsprüferin Steuerberaterin

E-Mail:
cornelia.linde@falk-co.de


Marco Muth

Wirtschaftsprüfer Steuerberater

E-Mail:
marco.muth@falk-co.de


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