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Update Wirtschaftsprüfung und Wirtschaftsrecht

In unseren Newslettern berichten wir regelmäßig über neue Themen und Verlautbarungen. Im Zeitablauf ergeben sich dann häufig weitere Erkenntnisse, über die wir gerne informieren möchten.

Konkret möchten wir eingehen auf die handelsbilanziellen Auswirkungen des BFH-Urteils zu Rechnungsabgrenzungsposten, die neuen IDW-Hinweise zu den Auswirkungen des Ukraine-Kriegs und den Referentenentwurf zum Gesetz zu Hinweisgeberschutzsystemen.


BFH-Urteil vom 16.03.2021 zur Bilanzierung von Rechnungsabgrenzungsposten bei geringfügigen Beträgen

Nachdem der BFH im März letzten Jahres entschieden hat, dass auch für Kleinbeträge eine Rechnungsabgrenzung erforderlich ist (den Artikel dazu finden Sie hier), hat sich der Fachausschuss Unternehmensberichterstattung (FAB) des IDW mit den Auswirkungen des Urteils für die Handelsbilanz befasst. Der FAB kommt zu dem Schluss, dass das BFH-Urteil handelsrechtlich für aktive und passive Rechnungsabgrenzungsposten, die einzeln und in der Summe unwesentlich sind, nicht anzuwenden ist. Begründet wird dies mit dem Grundsatz der Wesentlichkeit und der Wirtschaftlichkeit der Bilanzierung. Das bedeutet, dass handelsrechtlich solche Beträge nicht abgegrenzt werden, die einzeln und auch in Summe geringfügig sind und deren Berücksichtigung sich nicht wesentlich auf den Jahresabschluss auswirkt. Bei wesentlichen Beträgen, deren Abgrenzung zur Vermittlung eines den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens- und Ertragslage durch den Jahresabschluss führt, sind handelsrechtlich weiterhin verpflichtend Rechnungsabgrenzungsposten zu bilden.


Update IDW-Hinweis zu den Auswirkungen des Ukraine-Kriegs

Das IDW hat im April zwei Updates zum fachlichen Hinweis des IDW zum Ukraine-Krieg veröffentlicht. Während der ursprüngliche Hinweis sich im Wesentlichen mit den Auswirkungen auf die Rechnungslegung zum Stichtag 31.12.2021 befasst hat, behandelt das erste Update Fragestellungen zur Rechnungslegung für Stichtage nach Ausbruch des Krieges. In dem zweiten Update werden spezielle Themen vertieft und weitere Themen adressiert; hierbei geht es im Wesentlichen um Fragen der Bilanzierung von Finanzinstrumenten nach IFRS.


Aktuelles zu Hinweisgebersystemen

Nachdem die EU-Kommission bereits Ende Januar ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland eingeleitet hat, da die EU-Whistleblower-Richtlinie nicht fristgemäß in nationales Recht umgesetzt wurde (den Artikel dazu finden Sie hier), hat das Justizministerium am 13.04.2022 einen Referentenentwurf für ein „Gesetz für einen besseren Schutz hinweisgebender Personen sowie zur Umsetzung der Richtlinie zum Schutz von Personen, die Verstöße gegen das Unionsrecht melden“ veröffentlicht. Gemäß dem Referentenentwurf besteht damit für Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten die Verpflichtung zur Einrichtung einer internen Meldestelle; für Unternehmen mit maximal 249 Beschäftigten gilt hierbei eine Übergangsfrist bis 17.12.2023.

Praxishinweis

Für Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten besteht dringender Handlungsbedarf, da der Referentenentwurf für sie keine Übergangsvorschrift vorsieht.


Der Referentenentwurf sieht zudem ein Wahlrecht zwischen interner und externer Meldung vor. Damit die Beschäftigten sich mit ihrer Meldung zunächst an das Unternehmen und nicht an die Öffentlichkeit wenden, sollten das interne Meldesystem und der Umgang mit Meldungen allen bekannt gemacht werden. Die Beschäftigten müssen sich insbesondere auf die gesetzlich verankerte Vertraulichkeit der Meldungen verlassen können und wissen, dass sie keinen Repressalien ausgesetzt werden.

Cornelia Linde

Wirtschaftsprüferin Steuerberaterin

E-Mail:
cornelia.linde@falk-co.de


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